Verein kultur.heimat Offenhausen

 

Stets waren engagierte Offenhausener Bürger bereit, für die kulturelle Entfaltung und Verschönerung unserer Gemeinde zu wirken. Im Rahmen des Vereines kultur.heimat Offenhausen, seines Vorgängers Heimatverein und dessen Vorgänger bot sich immer ein reiches Betätigungsfeld auf überparteilicher Ebene. Sichtbare Zeichen für diese Bereitschaft waren insbesondere der zweimalige Badbau (vor und nach dem Kriege), die Theateraufführungen, die Gestaltung der 420-Jahr-Feier und die Schaffung der Wanderwege. Der Heimatverein Offenhausen ist aus zwei Wurzeln hervorgegangen:

1. Die Theaterrunde:

In früheren Jahrzehnten wurde bei uns zu bestimmten Anlässen Theater gespielt. So wird zum Beispiel in einem Musikprotokoll des Jahres 1901 eine Theateraufführung erwähnt. Auch die Schwestern des Kindergartens spielten in der Advent- und Fastenzeit Theater. Zu den Weihnachtsfeiertagen und anlässlich von Kaiserfesten gestaltete auch die Volksschule Theateraufführungen.

Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahre 1922, gründete der damalige Lehrer Karl Gruber eine Theatergruppe, welche dann von 1932 bis 1938 von Hans Raber und Raimund Buder weitergeführt wurde. Das Vermögen der Theatergruppe wurde 1934 in den Besitz der Feuerwehr gegen Übernahme der Schulden übergeführt. Während des Zweiten Weltkrieges ruhte der Theaterbetrieb vollkommen. Nachher wurden vom Kameradschaftsbund 1946 und 1947 einige Male Stücke aufgeführt, bis im Jahre 1949 auf Initiative der Feuerwehr Offenhausen in Zusammenarbeit mit dem Musikverein Offenhausen eine Theaterrunde gegründet wurde, deren erster Obmann Matthias Baudraxler war.

Unter der Spielleitung des damaligen Oberlehrers Johann Mühleder trat die Theaterrunde erstmals auf. Mit der Freilichtaufführung "Maier Helmbrecht" am 25. August 1951 erzielte sie ihren ersten ganz großen Erfolg. Nachdem der Obmann Matthias Baudraxler am 29. Sepember 1952 bei einem Autounfall tödlich verunlückt war, wurde Raimund Buder Obmann der Theaterrunde.

Am 13. April 1953 wurde beschlossen, den "Jedermann" von Löser zu spielen. Man wollte mit dieser Freilichtaufführung über den Rahmen von Offenhausen hinaustreten und gab ab nun der Theaterrunde den neuen Namen "Spielgemeinde Offenhausen". Obmann wurde Hans Raber und Spielleiter Johann Mühleder. Am 1., 2., 8. und 9. August 1953 wurde der "Jedermann" aufgeführt. Es war ein Riesenerfolg! Der Spielleiter baute in dieses Stück neue Varianten wie Pferde, Wagen und den Offenhausener Landler ein, so dass man fast schon von einem "Offenhausener Jedermann" sprechen konnte.

Am 30. November 1953 wurde dann die Spielgemeinde Offenhausen offiziell als unabhängiger, unpolitischer Verein gegründet, nachdem sich die Theaterrunde aufgelöst hatte. Obmann der Spielgemeinde wurde Hans Raber, Stellvertreter Adolf Fenk, Spielleiter Johann Mühleder, Kassier Karl Poschacher und Schriftführer Alfred Ehart.

Höhepunkt in der Geschichte der Spielgemeinde war dann die Gestaltung der 420-Jahr-Feier der Markterhebung Offenhausens im Jahre 1954. Diese Feier ist allen, die sie damals miterlebt haben, noch in bleibender Erinnerung. Sie fand im Juli 1954 statt. Es war immer etwas los, der ganze Ort beteiligte sich!

Einige Programmpunkte: Gewerbeausstellung, landwirtschaftliche Ausstellung, Tontaubenschießen, Fußballturnier, Festsitzung des Gemeinderates, Freilichtaufführung "Maier Helmbrecht", Fahrzeugweihe, Traktorgeschicklichkeitsfahren, historischer Umzug, Volkstänze, Konzerte, Tanz, Feuerwerk. Die Herausgabe des damaligen Heimatbuches unter Mitwirkung von Herrn Josef Hieß war ebenfalls ein Werk der Spielgemeinde Offenhausen.

Nach diesem großartigen Ereignis wurde es vorübergehend etwas ruhiger. Das Theaterspielen wurde eingestellt. Meinungsverschiedenheiten taten das Ihre. Anlässlich der Hauptversammlung im Jahre 1967 wurde über das Weiterleben des Vereines diskutiert, und man war einhellig der Meinung, dass die Spielgemeinde weiterbestehen sollte. Herr Raber wurde wieder zum Obmann und Herr Johann Lehner zum Obmannstellvertreter gewählt. Man suchte neue Schwerpunkte und fand sie in der Förderung des Fremdenverkehrs und der Verschönerung des Ortes. Insbesondere beschäftigte man sich mit dem Gedanken eines Badneubaues und der Schaffung von Wanderwegen.

Durch die Namensänderung des Vereines in nunmehr "Spielgemeinde-Heimatverein Offenhausen" anlässlich der Hauptversammlung am 4. Jänner 1968 wurde diesen neuen Aufgaben Rechnung getragen. Dadurch fand man auch wieder den Bezug zur zweiten Wurzel, des heutigen Heimatvereines - dem Verschönerungsverein.

2. Der Verschönerungsverein:

Dieser wurde am 3. September 1926 gegründet. Obmann war damals Anton Poschacher, Stellvertreter Franz Kaser, Säckelwart und Schriftführer Lehrer Karl Gruber, weitere Ausschussmitglieder Johann Graf, Johann Neidl, Franz Aichinger und Jakob Ringl. Die Mitglieder zahlten als jährlichen Beitrag zwei Schilling. Der Verschönerungsverein ließ sich die Schaffung und Ausgestaltung des Schwimm- und Wannenbades besonders angelegen sein. An schönen Plätzen wurden Bänke angebracht, und der Weg zum Bad wurde verbessert. Später stellten sich finanzielle Schwierigkeiten ein, und so wurde das Bad im Jahre 1940 von der Gemeinde übernommen, und der Verein löste sich bald hernach auf.

Der Verein "Spielgemeinde-Heimatverein" wurde von der Gemeinde beauftragt, den Badbau durchzuführen. In seinen Händen lag die Ausschreibung, die Überwachung und die Finanzierung. Ein eigener Badbau-Ausschuss wurde ins Leben gerufen. Nach Baufertigstellung wurde das Bad am 17. Mai 1969 offiziell wieder der Gemeinde übergeben.

Als nächstes nahmen sich der Spielgemeinde-Heimatverein und sein Obmann Hans Raber die Schaffung der Wanderwege, die Aufstellung der Bankerl, die Herausgabe eines Wanderbuches und die Auflage von Wanderabzeichen vor. Ein Wanderkomitee unter Obmann Peter Schierl wurde am 30. April 1970 gegründet. Um die nötige Subvention zu erhalten, musste auch der Vereinsname auf "Heimatverein" abgeändert werden. Dies geschah anlässlich der Hauptversammlung am 5. Juni 1971, bei der folgender neuer Vorstand gewählt wurde: Obmann Hans Raber, Stellvertreter Johann Lehner, Schriftführer Alfred Ehart, Kassier Reinhard Schotola, Obmann des Wanderkomitees Peter Schierl.

Die Wanderwege wurden anlässlich eines Wandertages am 4. Oktober 1970 offiziell eröffnet. Die Schirennläuferin Traudl Hecher konnte damals als Ehrengast begrüßt werden. Leider regnete es in Strömen. Den ersten Ortsschitag führte der Verein am 22. Jänner 1971 durch. Am 5. Juli 1972 übernahm Josef Kinzl die Obmannstelle. Erhaltung und Pflege der Wanderwege und der Bankerl, die Auflage eines Prospektes von Offenhausen, eine Neuauflage des Wanderbuches und die Blumenschmuckaktion im Jahre 1976 waren einige Schwerpunkte.

Mit einigen Plakataktionen wurde in Wels für Offenhausen geworben. Am 9. März 1974 veran- staltete der Heimatverein anlässlich des 10. Todestages einen Hans-Reinthaler-Gedenkabend.

 

Von den 80iger Jahren bis heute:

Zu einer Neubesetzung des Vereinsvorstandes kam es bei der Hauptversammlung am 27. Oktober 1983. Obmann wurde Reinhard Schotola, Stellvertreter Dr. Karl Schirl, weitere Vorstandsmitglieder Margit Mayr, Dir. Karl Geyer, Ernst Grüblbauer, Heinz Geyer, Hermann Stoiber.

Mit Obmann Schotola und Spielleiter OSR Hans Mühleder nahm seit 1984 das Theaterspiel einen großen Aufschwung. Nach dem Tod Mühleders übernahm Reinhard Schotola selbst die Regie und übergab 1993 die Obmannschaft an Walter Emathinger.

Neben dem Theaterspiel setzt der Heimatverein auch andere kulturelle Akzente. Neben heiteren Veranstaltungen wie Faschingssitzungen veranstaltete der Verein auch Abende zum Gedenken an den Offenhausner Heimatdichter Hans Reinthaler, Diskussionsforen zur Ortsgestaltung, Ortsführungen mit OSR Karl Geyer usw.

2002 wurde der Panoramaweg mit einer Kulturwanderung eingeweiht, 2005 eröffnete der Heimatverein das Christophorusplatzl in Egelsee, das durch Franz Reinthaler und Fritz Lichtenwagner errichtet wurde.

Seit dem Jahr 2000 wurde das Sägewerk zum fixen Spielort für die Theateraufführungen. Beim Umbau bzw. der Renovierung dieses Veranstaltungszentrums 2012 wurde den Bedürfnissen hinsichtlich eines Theaterbetriebes auch von Seiten der Gemeinde Rechnung getragen.

Im November 2012 legte Walter Emathinger nach 20 Jahren die Obmannschaft zurück. Ihm folgte als Obmann Dietmar Andessner nach. Neben der Neubesetzung des Vorstandes kam es auch zur Namensänderung des Vereines auf nunmehr kultur.heimat Offenhausen.